Unsere modernen Toiletten sind eine äußerst schlaue Lösung zu einem Problem, das die Menschheit plagt, seitdem man in Häusern wohnt. In ihnen steckt eine Menge ausgeklügelter Physik, damit alles so funktioniert, wie es soll.
Dabei gibt es vor allem drei Mechanismen, die wir uns genauer anschauen wollen:
Die SchüsselDas erste Erstaunliche, was einem beim Blick in die Toilette auffällt
ist, dass in der Schüssel immer etwas Wasser steht. Es kann also nicht
einfach ein Loch im Boden sein, denn dann würde das ganze Wasser ja
hinaus laufen. Und wenn man ganz genau hinschaut, sieht man auch, dass das
Rohr, das die Toilette verlässt, nach hinten in die Wand und nicht nach
unten wegführt.
Eine weitere "Spezialität" der Toilette kann man in einem kleinen Versuch
ausprobieren: Was passiert, wenn du eine Tasse Wasser in die Schüssel
kippst? - Richtig, gar nichts. Auch bei 20 Tassen Wasser hinter einander
passiert gar nichts. Der Wasserstand verändert sich also nicht.
Das Wasser kann nie oben über den Rand laufen. Aber warum?

So sieht eine Toilettenschüssel von innen aus. Und man erkennt schon den Trick, der dahinter steckt: Das Rohr, was hinten aus der Toilette heraus kommt, macht zuerst einen Bogen nach oben. Dadurch wird immer eine gewisse Menge Wasser in einer Kuhle festgehalten. Immer wenn du nun Wasser hinzu gibst, kann wieder etwas Wasser hinten aus der Kuhle herausfließen, und so leert sich die Schüssel von selbst.
Aber wie funktioniert jetzt das Spülen?
Das kannst Du ausprobieren, indem du einen ganzen Eimer Wasser in die Toilette
kippst. Erst füllt sich die Schüssel und dann wird alles
herausgesaugt, und es gibt das typische Spülgeräusch. Das liegt
daran, dass nun genug Wasser nachgegeben wurde, dass das gesamte Rohr
(also vor und hinter dem Knick) mit Wasser gefüllt war.
Das Wasser fließt nun in einem ununterbrochenem Fluss nach unten und
erzeugt so eine Art Sog, der dann auch alles andere in der Schüssel
mitnimmt. Dieser Sog hört dann auf, wenn wieder Luft ins Rohr kommt.
Das stellt sich wieder die Situation wie auf dem Bild ein.
Damit du nun nicht zu jeden Toilettenbesuch einen Eimer Wasser mitbringen musst, gibt es hinten auf der Toilette (oder manchmal auch dahinter in der Wand) einen Wassertank, der das Spülen automatisch übernimmt. Das kann man leider nicht mit einem einfachen Wasseranschluss machen, denn die Wassermenge, die aus einem normalen Wasserhahn läuft, ist nicht groß genug, um den Spülmechanismus in Gang zu setzen. Es muss ja auf einmal das ganze Rohr gefüllt werden. Also gibt es den Tank, der auf Knopfdruck ungefähr einen Eimer Wasser in die Schüssel ergießt. Von innen sieht der sogenannte Spülkasten so aus: (Meistens ist es ganz, einfach ihn zu öffnen und selber hineinzuschauen.)

Nun muss natürlich das ganze Wasser, das die Leitung hinunter gespült wurde, auch wieder nachgefüllt werden. Das geschieht nun im Prinzip über die normale Wasserleitung. Im Spülkasten befindet sich eine Art Wasserhahn, der den Tank langsam wieder füllt. Das klingt jetzt ganz einfach, doch das ist es keineswegs. Wenn man in einen Spülkasten guckt, stellt man fest, dass es dort drinnen ganz schön kompliziert aussieht. Zum Beispiel darf ja der Wassertank nicht überlaufen. Die Wasserzufuhr muss also automatisch rechtzeitig gestoppt werden. Und auch das Ventil nach unten zur Schüssel muss wieder geschlossen werden, damit nicht pausenlos Wasser durch die Toilette läuft. Und das alles funktioniert ganz ohne Elektrizität und Computer - nur mit ausgetüftelter Mechanik: