Schwarze Löcher,
Neutronensterne und Quasare

Sicher hast du schon von den berühmten schwarzen Löchern gehört, die alles in sich aufsaugen und ganze Planeten und Sterne verschlingen können. Aber sind das eigentlich wirklich Löcher im Universum? Und wo fallen die Sachen dann hin? Und sind schwarze Löcher auch für uns gefährlich?

Auf dieser Seite sollst du Antworten auf diese Fragen finden.


Als erstes müssen wir dich leider enttäuschen, denn schwarze Löcher sind eigentlich gar keine Löcher, sondern Überreste von toten Sternen.

Alle Sterne haben nur eine begrenzte Lebenszeit. Nach einigen Milliarden Jahren müssen sie sterben. Das geschieht mit einem enormen "Knall", auch Supernova genannt. Dabei explodiert der Stern und hinterlässt meist nur einen kläglichen Rest. Bei unserer Sonne ist das zum Glück noch sehr lange hin - etwa 5,5 Milliarden Jahre. Also brauchen wir da noch keine Angst zu haben.

Was aus den toten Sternen wird, hängt von ihrer Masse ab. Aus kleinen Sternen wie unserer Sonne wird ein sogenannter weißer Zwerg. Das ist ein kleiner glühender Klumpen, der viel kleiner ist als der Stern aus dem er entstanden ist. Allerdings ist er noch fast genauso schwer. Das heißt, dass die Materie unwahrscheinlich dicht zusammengepresst sind. Ein Löffel vom Material eines weißen Zwergs ist so schwer wie die ganze Erde.


Aus schwereren Sternen werden sogenannte Neutronensterne. Da sie so schwere Sterne waren, werden sie durch die Gravitation noch stärker zusammengepresst. So stark, dass sogar die einzelnen Atome zusammengedrückt werden. Was hier weiter passiert ist ganz schön kompliziert. Jedenfalls heißen sie Neutronensterne, weil sie am Ende nur noch aus Neutronen bestehen.

Neutronensterne drehen sich extrem schnell um sich selbst. Dadurch hat man sie entdeckt. Sie strahlen dann nämlich elektromagnetsiche Wellen ab. Leuchten tun sie zwar nicht mehr. Aber immer wenn uns die Strahlung trifft (alle paar Sekunden), können wir das auf der Erde messen. Solch einen Stern nennt man dann auch Pulsar.

Bei einer Supernova wird eine Menge Materie ins All geschleudert. Das sieht dann zum Beispiel so aus, wie auf dem Bild vom sogenannten Krebs-Nebel. Hier fand im Jahre 1054 eine Supernova statt. Heute befindet sich in der Mitte des Nebels ein Neutronenstern.

Der Krebs-Nebel im Sternbild Stier

Schwarze Löcher sind aus noch massereicherern Sternen entstanden. Sie werden nach ihrem Tod so stark zusammengepresst, dass sie unendlich dicht sind. Das heißt, dass unendlich viel Materie in einem einzigen Punkt konzentriert wird. Die Anziehungskraft eines solchen toten Sternes ist so groß, dass noch nicht einmal das Licht aus ihm entkommen kann. Daher tragen die "schwarzen Löcher" ihren Namen. Sie ziehen auch nicht nur Licht an, sondern sie verschlingen auch Materie, die in ihre Nähe kommt. Schwarze Löcher können sogar ganze Sterne "auffressen". Alles, was sie sich einverleibt haben, wird in ihrem Zentrum ebenfalls unendlich dicht zusammengepresst. Dadruch wird das Loch noch schwerer und noch "gefräßiger". Aus einem schwarzen Loch gibt es kein Entkommen.

Wir müssen allerdings keine Angst haben, dass die Erde von einem schwarzen Loch verschlungen wird, da es in unserer Nähe weder ein solches Loch gibt, noch einen Stern, der nach seinem Tod dazu werden könnte.

Schwarze Löcher hat man erst vor einigen Jahrzehnten entdeckt, obwohl man schon länger wusste, dass es sie geben müsste. Denn du kannst dir vorstellen, dass es recht schwer ist, am Himmel etwas zu finden, dass man nicht sehen kann. Man kann sie nur entdecken, indem man ihre "Wirkung" beobachtet. Zum Beispiel kann man sehen, wenn sie einen Stern aufsaugen. Die Materie des Sterns leuchtet dann nochmal ein letztes Mal auf. Außerdem dreht sich dieser Stern scheinbar um einen unsichtbaren anderen Stern. Es ist aber natürlich sehr schwer, solche Löcher zu entdecken. Hier ist also noch viel Bedarf an Nachwuchsforschern.

Neben den schwarzen Löcher, die aus toten Sternen entstehen, gibt es im Universum aber noch andere schwarze Löcher, die noch mehr Masse in ihrem Zentrum konzentriert haben. Im Zentrum unserer Milchstraße (und auch in anderen Galaxien) vermuten Physiker ein solches suppermassenreichen schwarzes Loch. Außerdem gibt es außerhalb der Galaxien noch schwarze Löcher, die ganz kuriose Dinge tun. Man nennt sie auch "aktive Galaxien" oder auch "Quasare", "Seyfertgalaxien" oder "Radiogalaxien", je nachdem, in welcher Position sie zu uns stehen.
Dadurch dass diese aktiven Galaxien sich unheimlich schnell drehen, geben sie elektromagnetische Strahlen ab und schießen leuchtende Gasstrahlen (Jets) mehrere Lichtjahre weit ins All. Auf den Bildern sind solche Jets aus zwei aktiven Galaxien zu sehen.

aktive Galaxie im großen Waagen
aktive Galaxie im Sternbild Jungfrau
Die Bilder dieser Seite sind von der NASA.