Wusstet ihr, dass ihr das Getränk eigentlich gar nicht hochzieht, sondern dass es vielmehr von der Luft nach oben gedrückt wird? Was ihr eigentlich tut, ist dass ihr den Druck in eurem Mund verringert und damit ein Gleichgewicht stört. Bevor ihr saugt, drückt die Luft an zwei Stellen auf das Getränk, einmal um den Strohhalm herum und einmal durch den Strohhalm hindurch. Wenn man nun die Luft aus dem Mund saugt � also den Luftdruck im Mund verringert �, drückt die Luft ja um den Strohalm herum vielmehr auf die Flüssigkeit als durch den Strohhalm. Nun kann die Luft das Getränk nach oben drücken, bis es im Mund ankommt.
Versuch 1:
Die Kraft, mit der die Luft von außen
die Flüssigkeit zu deinem Mund hochdrückt, muss nicht nur einfach
größer sein als der Druck im Mund, sondern sie muss auch noch
das Gewicht der Flüssigkeitssäule im Strohhalm ausgleichen. Wenn
also der Strohhalm besonders lang ist, dann passt auch mehr von der Flüssigkeit
hinein, und deshalb ist die Flüssigkeit, die im Strohhalm hochwandern
muss, natürlich viel schwerer.
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Das kann man ganz einfach ausprobieren,
indem man mehrere Strohhalme mit Klebeband zusammenklebt. (Vorsicht, dass
auch alles dicht ist!) Probiert einfach mal aus, wie viele Strohhalme ihr
zusammenkleben müsst, bis ihr nichts mehr vom Getränk nach oben
bekommt. Möglicherweise müsst ihr dazu das Glas auf den Boden
und euch selbst auf einen Stuhl stellen. Ab einer bestimmten Länge
des Strohhalms ist der Druck des Wassers nach unten größer als
die Druckverminderung im Mund und dann kommt nichts mehr oben an.
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Versuch 2:
| Diesmal nimmst du zwei Strohhalme in den
Mund, steckst aber nur einen ins Glas. Den anderen läßt du einfach
in die Luft gucken. Wenn du nun versuchst, die Flüssigkeit anzusaugen,
wirst du keine Erfolg haben, denn du kannst den Druck in deinem Mund nicht
verringern. Es fließt nämlich durch den zweiten Strohhalm immer
wieder neu Luft in deinen Mund, die den Druck wieder ausgleicht. Diese
Luft hat es nämlich viel einfacher als die Flüssigkeit � sie
ist nämlich viel leichter.
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Versuch 3:
Wenn du versuchst, etwas aus einer Flasche mit einem Deckel zu trinken, in den du nur ein so kleines Loch gemacht hast, daß gerade der Strohhalm durchpasst, wirst du auch schnell Probleme bekommen. So stark du auch saugst, die Luft kann die Flüssigkeit nicht nach oben drücken. Es ist nämlich gar nicht genug Luft in der Flasche, die genug Druck ausüben könnte. Es kann ja keine Luft von außen nach fließen, da das Loch ja ganz eng um den Strohhalm ist. Es ist sogar so, dass du beim Hochsaugen den Platz für die Luft vergrößerst. Da keine Luft nachfließen kann, erzeugst du so einen Unterdruck, und die Flasche beginnt ebenfalls an der Flüssigkeit "zu saugen". Und diesen Wettbewerb kann man einfach nicht gewinnen, denn je mehr man saugt, desto mehr "saugt" auch die Flasche. Hinzu kommt noch, daß die Flüssigkeit ja schon von der Schwerkraft nach unten gedrückt wird � also hat die "saugende Flasche" immer schon bessere Chancen.
Versuch 4:
Ihr kennt sicher die kleinen Getränketüten, bei denen
immer ein kleiner Strohhalm dabei ist. Hier passiert etwas ähnliches
wie im dritten Versuch. Wenn man an dem Strohhalm saugt, erzeugt man wieder
einen Unterdruck in der Tüte. Im Gegensatz zum Glas ist diese aber
nicht so stabil, und so wird sie vom Luftdruck von außen eingedrückt.
Wenn man eine ganze Zeit ununterbrochen gesaugt hat, wird man feststellen,
dass man keine Flüssigkeit mehr bekommt, obwohl die Tüte noch
nicht leer sein kann. Wenn man dann aber eine kleine Trinkpause einlegt,
und der Luft ermöglicht, durch den Strohhalm in die Tüte zu gelangen,
bläht sich die Tüte wieder etwas auf, und man kann wieder weiter
trinken. Hier liegt das Problem nicht nur daran, dass die Luft in der Tüte
auch am Strohhalm saugt, sondern vor allem daran, dass man mit dem Saugen
einfach nicht genug Kraft aufbringen kann, um die Tüte noch weiter
zu deformieren.
