Wo kommt die Oberflächenspannung her?

Diese Frage ist nur schwer mit einfachen Worten zu beantworten, aber ich will es versuchen:

Das Wasser besteht (wie alle anderen Stoffe auch) aus unvorstellbar winzigen Molekülen, die wiederum aus den einzelnen Atomen zusammengesetzt sind. Aufgrund der besonderen Form der Wassermoleküle ziehen sich diese gegenseitig an. In einem Behälter mit Wasser fällt einem das nicht auf, denn da jedes Molekül von seinem linken und seinem rechten Nachbarn und gleichzeitig von seinem oberen und unteren Nachbarn angezogen wird, gleichen sich die Kräfte wieder aus. Alle Moleküle ziehen schließlich gleich stark.
Die obere Schicht der Wassermoleküle hat aber keinen oberen Nachbarn. Also gleichen sich die Kräfte hier nicht aus, und die obere Schicht wird nach innen gezogen. Diesen Effekt bemerkt man zum Beispiel bei einem Wassertropfen. Er hat immer eine kugelrunde Form, da alle äußeren Moleküle stark nach innen gezogen werden. Daher besitzt nun die Wasseroberfläche eine besondere Festigkeit und wirkt fast wie eine Gummihaut.

Manche Tiere, wie dieser Wasserläufer, nutzen die Oberflächenspannung, um sich auf der Wasseroberfläche fort zu bewegen.

Spülmittel bewirkt nun, dass die Oberflächenspannung zerstört wird. Die Moleküle der Seife oder des Spülmittels oder was auch immer schieben sich sozusagen zwischen die Wassermoleküle, so dass die Festigkeit verloren geht. Diesen Effekt nutz man beim Abwaschen aus. Das Fett, was man noch am Topf kleben hat, läßt sich ja vom Wasser nicht wegspülen, weil die Wasseroberfläche einen zu starken Zusammenhalt hat. Wenn nun das Spülmittel diesen Zusammenhalt zerstört, durchmischen sich Wasser und Fett, und man kann das Fett mit dem Wasser wegspülen.