Die Unruh und die Schiffsuhren

Geschichte unserer Zeitmessung

Die Unruh funktioniert im Prinzip wie bei einer Pendeluhr. Doch statt eines Pendels wird eine Spiralfeder verwendet.
Die Feder ist mit dem Metallreifen über seine Achse verbunden. Aufgerollt will sich die Feder natürlich wieder entrollen. Während sie sich entrollt, dreht sich der Metallreifen mit. Doch irgendwann hat die Feder nicht mehr genügend Kraft, um den Metallreifen mitzuziehen. Der Reifen schwingt nun zurück und rollt dabei die Feder wieder auf.
Ab einem bestimmten Punkt kann die Feder nicht mehr aufgerollt werden und die Spiralfeder entrollt sich wieder. Wenn der Metallreifen nun hin und her schwingt, löst er dabei immer wieder den Anker (Lappen) und die Uhr läuft weiter.
Wenn sich der Anker löst, bzw. wieder ins Zahnrad greift, hört man die Uhr ticken. Die Feder verliert bei diesem Hin und Her immer mehr Kraft, durch Reibung und Anderes. Daher "zieht" man die Feder auf, meist mit einem Schlüssel, oder direkt an der Uhr.
Die heutigen modernen Uhren muss man meistens nicht mehr mit der Hand aufziehen. Das erledigt eine Batterie für uns.
Doch für die Schifffahrt war auch diese Uhr nicht zu gebrauchen. Aber wieso brauchte man eine Uhr für die Schifffahrt? Klicke auf das Schiff! Klick mich!
Wie jede technische Entwicklung war der Konkurrenzdruck die größte Antriebskraft überhaupt.
 
England, Frankreich, Spanien und Holland kämpften um die Vorherrschaft auf See. Man benötigte unbedingt eine gute Uhr. Durch dieses Dilemma angetrieben, wurde ein Preis ausgesetzt. König Philipp III. von Spanien setzte diesen Preis im Jahre 1600 für die beste Lösung aus.
Das Englische Parlament setzte 1714, als immer noch keine Lösung gefunden wurde, einen weiteren Preis von 20 000 Pfund für eine taugliche Uhr aus.
Erst 1759 (1764 Erprobung) löste der Engländer John Harrison das Problem. Aber wieso war es so schwierig, eine gute Uhr zu finden? Einmal kann man keine Pendeluhren verwenden, weil ja das Schiff dauernd hin und her schwingt, und somit das Pendel aus dem Takt bringt.
Federgetriebene Uhren und auch die Unruh waren auch zu ungenau. Sie waren gegen äußerliche Erschütterungen einfach zu empfindlich. Ein weiteres Problem bestand darin, dass die verwendeten Metalle sich bei Kälte zusammenzogen und bei Wärme ausdehnten. Auch das wirkte sich auf die Uhr aus, sie ging dadurch unregelmäßig.