Fortsetzung (Seite 2):
So war ich auch im Jahre 1905 noch beim Patentamt angestellt. Dieses
Jahr sollte mein wichtigstes werden, da ich gleich mehrere bedeutende
Werke veröffentlichte: Am 17. März 1905, also nur drei Tage
nach meinem 26. Geburtstag, erschien meine Arbeit zum photoelektrischen
Effekt. Eines Tages sollte ich dafür den Nobelpreis bekommen. Dann
schrieb ich meine Doktorarbeit und konnte mich nun endlich Dr. Einstein
nennen. Im Mai veröffentlichte ich eine Arbeit zur Brownschen
Molekularbewegung. Habt ihr schon mal die Formel E = mc² gesehen?
Klar, ist natürlich von mir! Auch diese Formel habe ich 1905 in
meinen Arbeiten zur speziellen Relativitätstheorie zum ersten Mal
veröffentlicht. Tja, war schon ein tolles Jahr damals und weil es
nun schon hundert Jahre her ist, hat man das Jahr 2005 zum
Einstein-Jahr erklärt.
Ich habe ja noch gar nicht erzählt, dass ich inzwischen auch Vater
geworden war. 1902 wurde meine Tochter Lieserl geboren, die bei ihren
Großeltern aufwuchs. Ihre Mutter, die serbische Mathematikerin
Mileva Maric heiratete ich ein Jahr später. 1904 wurde Hans Albert
geboren und 1910 Eduard. Ich denke, ich war kein guter Vater. Ich
interessierte mich immer mehr für meine physikalische Arbeit als
für meine Familie.
1909 konnte ich meine Arbeit am Patentamt aufgeben und mich ganz der
Physik widmen, da ich zum Professor für Theoretische Physik an die
Universität Zürich berufen wurde. Im Jahr 1914
überredete mich Max Planck, ein sehr bedeutender deutscher
Physiker, dazu, nach Berlin an die Preußische Akademie der
Wissenschaft zu kommen. Das Angebot war aber auch wirklich verlockend.
Normalerweise muss man als Professor einerseits forschen, andererseits
muss man Studierende unterrichten. Ehrlich gesagt hatte ich aber zum
Unterrichten nicht viel Lust, sondern wollte mich ganz der Forschung
widmen. Die Berliner versprachen mir, dass ich dort als Professor
arbeiten könnte, ohne zu unterrichten. Das war also ganz nach
meinem Geschmack und so ging ich nach Berlin und wurde Direktor des
Kaiser-Wilhelm-Instituts. Dieses Institut gibt es immer noch, es wurde
aber umbenannt. Heute ist es unter dem Namen Max-Planck-Institut sehr
bekannt. Habt ihr es bemerkt? Genau, Max Planck, der Physiker der mich
nach Berlin holte, wurde zum Namensgeber für dieses Institut.