Am 19. April 1906 traf mich dann der Schicksalsschlag: mein lieber Pierre kam bei einem Straßenbahnunfall ums Leben.
Ihm zu Ehren konzentrierte ich mich dann auf die Fertigstellung unserer gemeinsam begonnenen wissenschaftlichen Arbeiten. Ich übernahm einen Monat später seine Stelle, und wurde so die erste Professorin an der Universität.
1911 bekam ich noch einmal einen Nobelpreis, aber diesmal für die Chemie.

Drei Jahre später brach der 1. Weltkrieg aus, und meine Tochter Irene und ich hielten es für selbstverständlich, dass wir uns freiwillig zur Aufstellung und Bedienung von Röntgengeräten meldeten. So kam es, dass ich an der Front einen sogenannten Röntgenwagen (mobile Röntgenstation) steuerte, der die Untersuchung verletzter Soldaten vor Ort ermöglichte.

Paris Auch weiterhin arbeitete ich mit meiner ältesten Tochter zusammen, und zwar am Radium-Institut in Paris, das unter meiner Leitung stand. Außerdem bin ich noch sehr viel in der Welt gereist, weil sich meine Entdeckungen ziemlich schnell herumgesprochen haben. So hielt ich Vorlesungen in Brasilien, Spanien, Belgien, und einmal habe ich sogar den damaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika getroffen.

Ab 1922 fing ich an, nach medizinischem Nutzen der Radioaktivität zu forschen. Am 4. Juli 1934 bin ich dann an Leukämie gestorben, was auf den langjährigen Kontakt mit radioaktiven Elementen zurückzuführen ist. So konnte ich leider nicht mehr mitbekommen, dass auch meiner Tochter Irene zusammen mit ihrem Mann ein Nobelpreis der Chemie verliehen wurde.