Schmerzen bei Kindern einschätzen?

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rallybelly
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Schmerzen bei Kindern einschätzen?

Beitrag von rallybelly » 29. Jan 2018 - 16:21

Hallo zusammen!

Ich suche einen Ratgeber zu Schmerzmitteln bei Kindern. Man kann es „glücklich“ oder „behütet“ nennen, aber ich kann mich nicht erinnern, dass ich als Kind jemand Schmerzmittel gebraucht oder bekommen hätte. In meinem Umfeld wurde mit Medikamenten ohnehin sehr argwöhnisch umgegangen. Vielleicht liegt es daran, dass wir am Land leben und die Natur sehr wichtig für uns ist, aber dieses Verhalten könnte meinem Sohn jetzt schaden. Wir hatten das Problem, dass er an Ohrenschmerzen litt. Anfangs haben wir mit Hausmitteln dagegen angekämpft, doch bald haben wir gemerkt, dass wir damit wenig ausrichten und sind ins Krankenhaus gefahren. Dort haben wir erfahren, dass es zu bestimmten Gelegenheiten absolut vertretbar ist. Ich wüsste nur gern, wann ich was verabreichen darf und woran ich einen Bedarf erkenne.

rudlo
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Re: Schmerzen bei Kindern einschätzen?

Beitrag von rudlo » 29. Jan 2018 - 16:48

Grüß dich!

Das ist sehr schwierig, muss ich gestehen. Zumindest das Erkennen eines Bedarfsfalles. Das kann auch nicht pauschalisiert werden, weil Kinder unterschiedlich auf Schmerzen reagieren. Und selbst wenn man das Verhalten seines Kindes zu kennen glaubt, kann es einen überraschen, weil es ganz anders auf Zahnschmerzen, als auf Bauchschmerzen reagiert. Wie du schon siehst, muss man sich auf sein Bauchgefühl verlassen. Ich muss gestehen, dass ich wohl eher zu schnell zu Schmerzmitteln greife, wenn meine Liebsten leiden, aber ich kann es einfach nicht anders. Es wäre interessant, ob es dazu eine medizinische Norm oder einen Trick gibt. Würde mich aber überraschen.

Rooibos
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Re: Schmerzen bei Kindern einschätzen?

Beitrag von Rooibos » 29. Jan 2018 - 17:11

Hey,
ich finde nicht, dass es schwer ist, das zu erkennen. Ab einem gewissen Alter, können Kinder selbst artikulieren, wie sie sich fühlen und davor entscheide ich je nach Verhalten. Wenn der Schmerz so groß ist, dass er lähmt, halte ich es für ernst genug. Wenn man das Kind aber ablenken kann oder sie noch recht aktiv sind, sehe ich davon ab, zum Apotheker zu gehen. Ich kann nicht sagen, ob das bei anderen Kindern auch eine verlässliche Herangehensweise ist, aber ich fahre damit sehr gut. Jetzt sind wir aber ohnehin schon in einem Alter, wo ich mit meinem Sohn darüber reden kann. Er weiß, dass Medikamente nicht ohne guten Grund genommen werden dürfen und macht selbst darauf aufmerksam.

rallybelly
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Re: Schmerzen bei Kindern einschätzen?

Beitrag von rallybelly » 29. Jan 2018 - 17:22

Das ist vorbildlich, aber es wird schwierig, wenn zum Schmerz noch andere Symptome dazukommen. Ich spreche von Gefühlen wie Wut, Trauer, Müdigkeit. Denn je nach Gefühlslage kommt es auch schon mal vor, dass mein Kleiner sich in sein Bett wirft und an die Decke starrt. Wie bei großen Schmerzen redet er auch dann sehr wenig mit mir, was es schwer macht, zu unterscheiden. Ich weiß nicht, ob die Sturheit in dem Alter normal ist oder nur in unserer Familie vorkommt, aber es verkompliziert alles. Ich hatte beim letzten Vorfall wirklich Angst und mache mir immer noch Vorwürfe, nicht richtig gehandelt zu haben. Auch, dass ich keine kindertauglichen Medikamente zuhause hatte, wurde im Krankenhaus kritisch kommentiert. Darf man das voraussetzen?

Rooibos
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Re: Schmerzen bei Kindern einschätzen?

Beitrag von Rooibos » 29. Jan 2018 - 17:49

Meiner Meinung nach, kann man Eltern in dieser Situation keine Vorwürfe machen. Schmerzmittel an sich, verbessern das Befinden des Patienten und nicht den allgemeinen Gesundheitszustand. Klar können sie einen Schlaf bewirken, der heilsam wirkt, aber Medikamente sind nichts, dass man auf Verdacht kaufen oder horten sollte. Selbst Arzneien ohne Rezept haben ein Verfallsdatum und sollten lieber im Bedarfsfall besorgt werden. Wenn du in der Zukunft aber nicht wissen solltest, wonach du fragen sollst, einfach die Symptome beschreiben oder Info-Artikel hinzuziehen. Auf dieser Seite gibt es gute Beispiele dafür. Dann bist du gut vorbereitet und selbstsicherer.

Physii
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Re: Schmerzen bei Kindern einschätzen?

Beitrag von Physii » 21. Aug 2018 - 12:52

Ich finde, dass diese Frage nicht sehr leicht zu beantworten ist. Ich persönlich bin auch ein Mensch, der bei kleinen Schmerzen nicht auf Schmerzmittel zugreifen möchte. Jedoch kann es eben Situationen geben, bei dem die Schmerzen nicht mehr zu ertragen sind und man eben Schmerzmittel für die Linderung der Schmerzen nimmt.
Bei Kindern und Jugendlichen ist es leider nicht einfach, diese Grenze zu erkennen. Ich würde darauf bestehen, dass die Kleinen Ihre Schmerzen versuchen zu beschreiben, damit man die Situation besser einschätzt. Dennoch höre ich von vielen Müttern, dass sie einen Mutterinstinkt für solche Situationen entwickeln. Wenn das Kind nur noch weint oder sich ganz anders als sonst verhält, dann kann man darauf schließen, dass man etwas gegen die Schmerzen unternehmen muss. Ich würde diese Frage am besten mit dem Kinderarzt besprechen.
Wenn man aber merkt, dass das Kind immer die gleichen Schmerzen hat, dann würde ich auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Manchmal gibt es eben Fälle, bei denen die Schmerzen als Symptome für bestimmte Krankheiten gelten.
Meine Nichte hatte sehr oft Kopfschmerzen. Anfangs hat meine Schwester ihr Schmerzmittel gegeben, wenn sie das Gefühl hatte, dass die Schmerzen für meine Nichte unerträglich sind. Als sie aber gemerkt hat, dass meine Nichte immer unter den gleichen Schmerzen leidet, hat sie den Kinderarzt aufgesucht. Am Ende hat sich herausgestellt, dass meine Nichte unter CMD – einer Kiefergelenk­erkrank­ung gelitten hat. Durch die falsche Bisslage können auch erheblichen Einschränkungen im Bewegungsapparat einhergehen und Arthrose, Schulter- und Nackenverspannungen sowie Probleme mit der Körperhaltung. Nach der CMD Behandlung hatte meine Nichte keine Kopfschmerzen mehr.

Mein Tipp: Wenn man merkt, dass die Kinder über eine längere Zeit sehr oft unter den gleichen Schmerzen leiden, würde ich einen Arzt aufsuchen.

Saand
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Re: Schmerzen bei Kindern einschätzen?

Beitrag von Saand » 06. Dez 2018 - 11:58

Hallo,

Wie erging es denn deinem Sohn nach den Ohrenschmerzen? Hast du ihm Schmerzmittel verabreicht und hat es ihm geholfen? Würde mich mal interessieren. Zu der Verabreichung: Du warst doch im Krankenhaus, oder? Ich würde dort nachfragen was du deinem Sohn verabreichen sollst, wann und wie oft. Das kann dir hier glaube ich keiner so wirklich beantworten, das kommt ja ganz auf die Krankheit deines Sohnes an. Falls die dir im Krankenhaus nichts geraten haben, dann würde ich einfach nochmal dahin anrufen und direkt nachfragen. Alles andere hat keinen Sinn. Wundert mich aber eigentlich, dass sie dir darüber keine Auskunft gegeben haben. Oder habe ich da was falsch verstanden?

So wie ich aus deinem Text entnehmen konnte, bist du ein sehr Familien bezogener Mensch, der auch gerne erst Alternativen ausprobiert, bevor er Medikamente verabreicht. Finde ich eigentlich gut. Behütet und glücklich, so sollte ein Kind meiner Meinung nach auch aufwachsen. Ich selbst habe noch keine Kinder, aber zwei kleine Neffen. Meine Schwester sieht das genauso wie du. Ein Kind sollte möglichst behütet und liebevoll aufwachsen, das ist insbesondere in jungen Jahren wichtig. Sie schlafen beispielsweise auch zu viert in einem Familienbett, was ich wirklich toll finde. Die Kinder haben zwar ihre eigenen Zimmer, aber meine Schwester und ihr Mann haben ein sehr großes Bett, in welchem die Kinder ohne Probleme ebenfalls Platz finden. Sollte eines der Kinder krank sein, kann er zwischen den beiden Eltern Schlafen. Das Kind fühlt sich dann behütet und sicher, was sich meiner Meinung nach positiv auf das gesund werden auswirkt. Vielleicht ist das auch was für euch, ich hab euch das Bett meiner Schwester mal verlinkt. Wenn ich mal Kinder habe, dann will ich mir auf jeden Fall auch so ein Bett anschaffen. :D

Ich hoffe deinem Sohn geht es wieder gut. Ich kann dir aber auch zustimmen, obwohl ich gerne erst Alternativen ausprobiere, manchmal geht es einfach nicht ohne Medikamente. Wenn es einem wirklich schlecht geht, oder man einfach darauf angewiesen ist, dann sollte man die Medikamente auch nehmen. Immerhin können sie leben retten. Falls dein Sohn nochmal Ohrenschmerzen bekommt, ich finde hier stehen gute Tipps in Bezug auf die Behandlung: http://www.spiegel.de/gesundheit/diagno ... 65650.html. Vielleicht kannst du ja damit was anfangen.

LG!

Leina

Re: Schmerzen bei Kindern einschätzen?

Beitrag von Leina » 21. Mai 2019 - 13:43

Ich denke bei Kindern sollte man keine Schmerzen einschätzen sondern schauen, dass man sich auch wirklich einfach direkt zu einem Arzt begibt. Denn ein Arzt kann wirklich helfen.
Sicherlich ist es auch so, dass jeder für sich entscheiden muss.

Bei mir ist es so, dass ich mich auch informiere wegen einem Mittel für die Gesundheit meines Neffen.
Der fühle sich körperlich nicht so gut und wir versuchen halt auch etwas zu finden um es auf natürliche Weise zu verbessern.

Habe bei https://www.spirulina-chlorella-algen.d ... la-kaufen/ dann auch die Bio Chlorella Alge gefunden.
Die soll bei verschiedenen Beschwerden helfen.

Wie sieht es bei dir aus?

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