Kartoffelbatterie mit Dioden???

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Mozart

Kartoffelbatterie mit Dioden???

Beitrag von Mozart » 28. Feb 2005 - 20:05

Mit dem Kopfhörer kann ich einen Strom hören aber nicht mit einer Diode sehen. Mittlerweile war ich schon das dritte Mal in einem Elektrogeschäft und habe mich beraten lassen, welche Diodenart so empfindlich ist, dass sie bei solch schwachem Strom leuchten würde. Bei 1,1 Volt tut sich auch nichts.

Hat jemand einen Rat?

Jan Behrens
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Beitrag von Jan Behrens » 28. Feb 2005 - 20:34

Wenn du zu wenig Spannung hast kannst du weitere Kartoffelbatterien in Reihe schalten. Dadurch erhöht sich die Spannung und es ist leichter das Leuchten zu sehen.
Da Kartoffeln naturgemäß auch eher wenig Kapazität haben leuchtet die Diode auch nur ein bis zwei Sekunden.
Wir haben bei der Kinderuni die Kartoffeln in Scheiben geschnitten und zusammen mit Kupfer- und Zinkscheiben auf einen Schaschlikspieß aufgespießt. (siehe http://www.physikfuerkids.de/temp/kartoffelbatterie.jpg ) Das hat gut funktioniert. Man muss nur aufpassen, dass man die Reihenfolge beachtet und es kein Kurzschlüsse gibt (die schlagen zwar keine Funken, entladen dafür aber die Kartoffel sofort und verhindern, dass überhaupt eine Spannung entsteht).

das_pendel
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Orangensaft

Beitrag von das_pendel » 02. Mär 2005 - 16:34

Hallo Mozart,

da du offenbar fleißig beim Experimentieren bist, kannst du ja mal Orangen, Äpfel oder sonstige Früchte als Elektrolyte verwenden. Funktioniert auch und wenn du frischgepressten saft herstellst, vielleicht sogar mir längerer Leuchtdauer.

Gruß das Pendel

Mozart

Kartoffelbatterie

Beitrag von Mozart » 17. Mär 2005 - 20:26

Vielen Dank für die Hinweise,

leider hatte ich bisher noch keinen Erfolg -noch nicht mal ein Fünkchen- auch mit Reihenschaltungen. Es gibt scheinbar zu viele Faktoren die schief gehen können, man aber nicht deuten kann.

freundliche Grüße

el-haber
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Beitrag von el-haber » 07. Okt 2005 - 14:56

Hi,
das Hauptproblem der Fruchtbatterie ist die Oxidation der Metalle.
Wenn also die Alu-Scheibe oxidiert ist, dann leitet sie auch nichtmehr.
Das geht leider sehr schnell und darum haben professionelle Batterien am +Pol einen Ionenfänger, der die Batterie trocken und den Leiter leitfähig erhält.
Bei der Kartoffel könnte es mit Eisen und Kohle als Elektroden bessere Ergebnisse bringen. (Weiche Bleistiftmine).
Auch putzen der Elektroden vor der Verwendung hilft.

Das zweite Problem ist der kurzschluß beim Stapeln.
Da reicht schon ein herausragendes Eck Alufolie, das über die nächste Cu-Scheibe mit der Kartoffel in verbindung ist.
Am besten zwischen die Al-Folie und Cu-Scheibe noch eine Lage Isolierfolie.
z.B. Tesafilm über die Ränder der Al-Folie kleben, so daß der Kontakt zur Cu Scheibe nur in der Mitte stattfindet und von allen Flüssigkeiten der Kartoffel abgeschirmt ist.
Links und rechts dann noch Kartoffelscheiben und weitere Al-Tesa-Cu-Sandwiches.
CU
Stefano

Onkel Markus
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Beitrag von Onkel Markus » 07. Mär 2006 - 17:51

Ich habe den Versuch vergeblich mit Zitrone und Apfel versucht. Zumindest kann man mit einem Meßgerät eine ordentliche Spannung messen.

l-haber

Beitrag von l-haber » 12. Mär 2006 - 18:35

Hi,
die Diode braucht trotz Modellen mit geringer Stromaufnahme mindestens 2mA. Dazu noch mindetens 1,6V (rot) und bei grün 1,8V.
Das ist für eine einzelne Batterie oder eine Serie, die mit Drähten arbeitet zu viel!
Es könnte vielleicht mit einem Spannungswandler funktionieren, der mit einem Transistor, Spule und Widerstand aufgebaut ist.

Es gibt aber auch Piezzo-Piepser, die mit wesentlich geringeren Leistungen und Strömen auskommen.

CU
Stefano

Jan Behrens
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Beitrag von Jan Behrens » 15. Mär 2006 - 17:17

Hi,
da Kartoffelbatterie funktiniert, auch mit Dioden. Man darf sich das Leuchten nicht als so intensiv vorstellen, wie bei einer Batterie, es ist mehr ein Glimmen.
In der Kinderuni haben wir den Versuch mit knapp 300 Kindern gemacht (jedes hat sich eine eigene Batterie gebaut) und bei der Mehrzahl der Kindern hat es funktioniert.
Es gibt eine Möglichkeit den Effekt mit einer Kartoffel zu verstärken.
Wenn man eine Kartoffel sauber in Scheiben schneidet und abwechselnd eine Kartoffelscheibe, eine Zink-Unterlegscheibe, eine Kupferscheibe und wieder eine Kartoffel auf einen Schaschlikspieß aufspießt ist der Effekt recht gut.
Was auch noch zu tragen kommt ist, dass die Kartoffel zwar die nötige Spannung und den nötigen Strom liefert, die verfügbare Kapazität aber relativ gering ist. Meist muss man nach einem kurzen Aufglimmen den Kontakt trennen und wieder neu schließen.

Gast

Re: Kartoffelbatterie mit Dioden???

Beitrag von Gast » 22. Mär 2007 - 23:30

Mozart hat geschrieben:Mit dem Kopfhörer kann ich einen Strom hören aber nicht mit einer Diode sehen. Mittlerweile war ich schon das dritte Mal in einem Elektrogeschäft und habe mich beraten lassen, welche Diodenart so empfindlich ist, dass sie bei solch schwachem Strom leuchten würde. Bei 1,1 Volt tut sich auch nichts.

Hat jemand einen Rat?
Die LED genau anders anschließen (lang an Kupfer) könnte die Lösung sein!

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