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 Betreff des Beitrags: Wie funktioniert ein AKW ?
BeitragVerfasst: 02. Feb 2005 - 21:03 

Registriert: 01. Feb 2005 - 21:09
Beiträge: 2
Wohnort: lenzen
meine schwester sagt,dass die Dinger Strom herstellen und gefährlich sind,aber sie kann mir nicht erklären,wie sie gehen.
"Atomspaltung" sagt sie und dass dabei radiokativität entsteht,die ,gehen die Dinger in die Luft,alles kaputt macht.Deshalb ist sie gegen die AKWS.
Ich will aber wissen,wie sie gehen.

_________________
Ich finde es blöd,dass man sagt,dass Mädchen kein Intresse für Natur und Technik haben .


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 03. Feb 2005 - 11:33 
Admin

Registriert: 13. Mai 2004 - 15:07
Beiträge: 459
Wohnort: Oldenburg
Hallo,
Atomenergie ist eine zwiespältige Sache, ich erkläre dir erstmal wie sie funktioniert. Das wird ein längerer Text, ich habe mir Mühe gegeben.

Weißt du was Atome sind? Es sind sehr winzige Teilchen, die man nicht einmal mit einem sehr guten Mikroskop sehen kann.

Alles besteht aus ihnen, wirklich alles.

Diese Teilchen betstehen aus einem Kern und einer Hülle.
Der Kern besteht aus Protonen und Neutronen.
Die Hülle aus Elektronen.

Die Kerne der Atome zerfallen manchmal in zwei Teile. Jedes Teil bekommt die Hälfte der Elektronen aus der Hülle. Es entstehen also zwei neue Atome, die aber jedes nur halb so groß sind.

Bei diesem Auseinanderfallen entsteht das was du als "radioaktive Strahlung" kennst, und vor dem deine Schwester angst hat.
Alle Atome zerfallen, auch die aus denen du bist. Das merkst du nicht, denn sie zerfallen sehr langsam, und durch Essen nimmst du immer wieder welche auf (also keine Panik, ich wünschte bei mir am Bauch würden welche Zerfallen!). Die Strahlung, die dabei entsteht ist winzig und ungefährlich.

Es gibt aber Atome die sehr schnell zerfallen, wie Uran. Wenn bei Uran tausend mal mehr Atome pro Minute zerfallen als bei dir, ist die Strahlung natürlich auch tausendmal größer, das ist dann gefährlich.

Toll, es ist gefährlich, aber wo liegt jetzt der nutzen fragst du dich.
In einem normalen Kraftwerk wird Öl oder Kohle verbrannt, Wasser damit erhitzt und der Dampf durch eine Turbine(wie ein Propeller) geleitet.
Die Turbine dreht sich und treibt einen großen Dynamo an.

Beim Atomkraftwerk funktioniert das ähnlich, Wasser, Turbine und Dynamo gibt es da auch. Nur die Hitze kommt durch etwas anderes.

Wenn Uran in zwei Teile zerfällt fliegen dabei Neutronen weg. Also ein Teil des Kerns, fast wie ein Splitter. Das nennt man in der Physik Neutonen-Strahler.
Es kann passieren, dass diese Neutronen andere Uran-Atome treffen.
Auch wenn diese eigentlich gar nicht zerfallen wollen werden sie von den Neutronen in zwei Teile gesprengt und setzten auch wieder Neutronen frei.

Na du kannst dir ja vorstellen was passiert. Das ist wie mit Dominosteinen: man schubst einen um, der schubst zwei um, die schubsen vier um und auf einmal fallen alle. Eine Kettenreaktion!
Beim Uran kann man diese Kettereaktion mit "Schwerem Wasser" Kontrollieren.

Durch das Zerfallen wird das Uran ganz heiß, man kann also Wasser erhitzen. Da das Wasser aber mit Uran in Berührung gekommen ist kann es sein, dass ein wenig Uran im Wasser ist. Es ist verunreinigt und Giftig.
Dieses Wasser kann man natürlich nicht durch eine Turbine leiten und in den nächsten Fluss kippen. Deshalb führt man ein zweites Rohr mit sauberem Wasser so dicht an das mit dem Verstrahlten heißen Wasser, dass das saubere Wasser Warm wird, ohne zu verstrahlen. Jetzt hat man sauberes heißes Wasser! Damit kann man Turbine und Dynamo antreiben und es in die Umwelt lassen ohne alles zu vergiften.
Also noch einmal Kurz:

Uran Zerfällt und wird heiß (wegen Kettenreaktion)
Dadurch wird Wasser erhitzt.
Dieses Wasser erhitzt sauberes Wasser.
Das saubere Wasser treibt Turbine und Dynamo an.
Danach wird es in einen Fluss geleitet.


Wahrscheinlich fragst du dich was passiert, wenn so viele Uran-Atome zerfallen sind, dass das Wasser nicht mehr heiß genug wird. Was passiert also wenn der Stab "verbrannt" ist?
Leider verbrennen die Stäbe nie ganz, sie zerfallen immer noch weiter und strahlen. Man kann sie also nicht mehr gebrauchen, sind aber noch gefährlich.
Die Stäbe werden in große Spezialbehälter getan. Hast du schon einmal den Namen "Castor" gehört? Das ist ein so ein Behälter. Der Behälter ist so dick, dass keine Strahlung rauskommt.
Eigentlich müssten die Behälter jetzt an einen Ort gebracht werden der Sicher ist. Leider meinen viele, dass es einen solchen Ort nicht gibt. Und immer da wo man einen gefunden hat wollen die Menschen nicht, dass sie die Müllkippe für Atomabfall werden. Also werden sie "zwischengelagert" bis man endlich einen Platz hat.

Wenn es so viele Probleme gibt, warum macht man es dann?
Atomkraftwerke liefern sehr viel mehr Strom als alle anderen.
Was das angeht sind sie um Längen besser als alles andere was wir kennen.
Wir verbrauchen in Deutschland so viel Strom, dass wir unmöglich ohne Atomkraftwerke auskommen können. Außerdem werden in einigen Jahren alle Vorräte an Kohle und Öl verbraucht sein.
Selbst wenn wir alle Atomkraftwerke in Deutschland abreißen, so wie es die Regierung will, müssen wir Strom aus Atomkraftwerken im Ausland kaufen. Sonst gehen bei uns die Lichter aus.

Der Mensch hat sich dieses Problem mit seiner eigenen Bequemlichkeit geschaffen. Möchtest du für immer auf Fernsehen, Backofen, Herd und Kühlschrank verzichten?
Mir macht Sorgen, dass im Moment niemand mehr nach einem sicheren Ort sucht wo wir den Atommüll den wir schon haben lassen können.

Ich hoffe ich konnte dir helfen. Frag wenn du noch Fragen hast.


Zuletzt geändert von Jan Behrens am 03. Feb 2005 - 18:26, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Betha Strahler
BeitragVerfasst: 03. Feb 2005 - 18:06 

Registriert: 08. Sep 2004 - 15:29
Beiträge: 287
Wohnort: Barcelona
Hallo Jan,

Falls beim Zerfall von Atomkernen Neutronen entstehen, nennt man die Neutronenstrahler.

Entstehen Elektronen dann sind das Betha-Strahler (in gewisser Weise sind auch Positronen Betha-Strahler) Falls Helium Kerne abgespalten werden nennt man diese Alpha-Strahler und fall hochenergetische elektromagnetische Strahlung entsteht - Gammastrahler.

Wenn ich meine Facharbeit aus Schulzeiten finde schicke ich sie dir zu - ist genau zu diesem Thema gewesen.

Wegen der Energiepolitik der Regierung: Ich finde es ansich nicht ganz verkehrt die Anzahl von Atomkraftwerken zu reduzieren. Die Alternativen sollten noch mehr gefördert werden - insbesondere Erdwärme und Solarenergie - Windräder gibt es ja schon fast zu viele. Auch die Kernfusion - sollte sie in 30 Jahren oder so funktionieren - wird unser Energieproblem nicht lösen,sondern nur verlagern. Das einzige was wirklich helfen könnte ist eine gewisse Sensibilität der Menschen zu diesem Thema zu erzeugen. Da unser Energieverbrauch noch vielviel stärker zunehmen wird - z.B. das technisierte Haus usw.

Man macht sich immer noch gedanken über das Müllproblem bei Atomkraftwerken. Genial wäre es die alten Testlöcher der Atombombentests zu nutzen. Bei denen sind unter der Erde eine Art holer Glaskugeln entstanden - die sind superresistent - allerdings kommt man auch von außerhalb nicht rein ;( .

Bis demnächst das Pendel

PS: ich schau mal wegen der


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 03. Feb 2005 - 18:16 
Admin

Registriert: 13. Mai 2004 - 15:07
Beiträge: 459
Wohnort: Oldenburg
Au, da hast du recht, ich werde den Text sofort verbessern.
Sonst war es aber korrekt?

Wegen der Energiepolitik:
Was nützt es, wenn Deutschland seine Atomkraftwerke reduzuiert, dafür aber in Polen, Frankreich und Tschechien welche an der deutschen Grenze gebaut werden?
Selbst Dänemark überlegt seit dieser Ankündigung, ob sie nicht ein Atomkraftwerk bauen wollen um den Deutschen Strom zu verkaufen.

Zur Endlagerung:
Ich war in der Schachtanlage in Assen, einem Versuchsendlager im Salzstock.
Es klang ziemlich überzeugend was ich da gehört und gesehen habe.
Der Schacht ist in 800m Tiefe und wird später komplett verkippt.
Die Regierung hat aber das Projekt eingestellt, weil es zu diesem Zeitpunkt zu brisant war. Toll, dafür ist der Müll noch da.


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 Betreff des Beitrags: Nici
BeitragVerfasst: 03. Feb 2005 - 20:16 

Registriert: 01. Feb 2005 - 21:09
Beiträge: 2
Wohnort: lenzen
hallo Jan ,

danke fürs Abnehmen der Erklärung.Ich weiß das,aber ich hatte nicht die Zeit ,es kinderverständlich auseinanderzunehmen.
Und : Sie weiß,was der Castor ist und auch die "Pilotkonditionierungsanlage",wir leben einen Katzensprung von Gorleben weg.

_________________
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 Betreff des Beitrags: habs gefunden
BeitragVerfasst: 03. Feb 2005 - 23:06 

Registriert: 08. Sep 2004 - 15:29
Beiträge: 287
Wohnort: Barcelona
hallo,

ich habe meine Arbeit gefunden. sind insgesamt ca. 3MB wenn sie jemand bracht sagt bescheid.

Ich füge hier mal fix den Teil über Tschnernobyl ein:

Die Abkürzung GAU bedeutet Größtmöglicher Anzunehmender Unfall.
Am 26. April 1986 wurde in Tschernobyl (Ukraine) ein technisches Experiment durchgeführt, dabei kam es zu einer Anhäufung von Bedienungsfehlern. Daraufhin nahm die Anzahl der Kernspaltungen rapide zu, wodurch die Temperatur der Brennelemente sehr stark anstieg. Das führte zur Bildung von Dampfblasen, diese bedingten dann eine häufigere Moderation der Spaltneutronen. Die durch das Graphit auf thermische Geschwindigkeit abgebremst (moderiert) wurden, dass hatte eine weitere Erhöhung der Spaltungsrate zur Folge. So dass es letztendlich zum platzen der Brennstabhüllen und zu einem nicht mehr beherrschbaren Anstieg des Dampfdruckes kam. Ca. 30 % der Druckröhren wurden zerstört. Die Brennstofftemperatur erreichte in etwa 3000°C. Diesen enormen Energiemengen konnte der Reaktor nicht standhalten, da es keinen Druckbehälter gab. Der Wasserdampf trifft auf das Graphit und zerfällt wegen der extremen Temperaturen zu Wasserstoff und Sauerstoff. Es kam dann zu Knallgasreaktionen. Dadurch konnte sich das Graphit entzünden, welches die eigentliche Ursache für die Verseuchung weiter Teile Nord-, West- und Mitteleuropas war. Denn durch den aufsteigenden Qualm wurden hochradioaktive Stoffe wie Isotope Cäsium 137 u. Iod 131, bis in eine Höhe von 2000 m transportiert. Etwa 3–4 % des radioaktiven Kernmaterials sind so freigesetzt worden.
Mehr als 85 Menschen waren bis 1989 an schwerer Strahlenkrankheit gestorben. Die Spätfolgen äußern sich besonders durch Krebsleiden, die auch durch verstrahlte Lebensmittel entstehen. Denn durch die radioaktive Strahlung kann die Struktur der DNA verändert werden, wodurch eine uneingeschränkte Teilung der Zellen auftreten kann.

Bei unseren Kraftwerken ist das nicht ganz so einfach - da sie meist Wasser moderiert sind. Wenn das Wasser fehlt gehen sie aus.

Gruß das Pendel


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 24. Mär 2006 - 7:16 
Zitat:
Uran Zerfällt und wird heiß (wegen Kettenreaktion)
Dadurch wird Wasser erhitzt.
Dieses Wasser erhitzt sauberes Wasser.
Das saubere Wasser treibt Turbine und Dynamo an.
Danach wird es in einen Fluss geleitet.

Das ist so nicht richtig !! :!:
Das "saubere Wasser" wird verdampft und dieser Dampf treibt eine Turbine und einen Generator (funktioniert wie ein Dynamo) an. Dieser Dampf wird [color=black]nicht[/color] in einen Fluß geleitet, sondern mit Flußwasser in einem großen Gefäß (Kondensator) wieder zu Wasser Kondensiert.
Wenn das so wie du es beschrieben hättest funktionieren würde, warum macht man dann das Wasser heiß bevor man es auf die Turbine gibt ??

Gruß
Andre(13)


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 24. Mär 2006 - 10:49 
Admin

Registriert: 13. Mai 2004 - 15:07
Beiträge: 459
Wohnort: Oldenburg
Da hast du recht. Ich habe da etwas zu sehr vereinfacht


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 Betreff des Beitrags: Und jetzt?
BeitragVerfasst: 31. Jan 2009 - 22:35 
Kann man eigentlich allen Strom den man auf der Welt braucht aus Umweltfreunlichen Quellen beziehen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie funktioniert ein AKW ?
BeitragVerfasst: 27. Jul 2009 - 9:46 
Hi,
diese Frage ist sehr gut!!

Im Moment könnte das vielleicht nocht funktionieren, da die Sonneneinstrahlung, die, abgesehen von der Kernenergie der 'Motor' aller Kraft ist, ca. das 8-Fache dessen liefert, was derzeit an Energie benötigt wird.

Die Probleme sind in der Gewinnung, der Verteilung und Transport der Energie.

Dazu kommt noch die Erdkern-Energie als Geothermie. Das ist so eine Art riesiges AKW mit einem Schutzmantel von ca. 10-20km (Erdkruste).

Eine weitere Option ist die konsolidierung des Energieverbrauches mit den demographischen und den Fortschritts-Faktoren zur Energieeffizienz. (Siehe Jean Ziegler 1985).

Cu
Stef


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie funktioniert ein AKW ?
BeitragVerfasst: 15. Sep 2009 - 18:48 
ja in welche richtung gehen die strahlen wenn ein wind nach westen ist gehen auch die strahlen dann auch nach osten :?: :?:


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie funktioniert ein AKW ?
BeitragVerfasst: 16. Sep 2009 - 8:15 
HI,
Strahlen breiten sich meißt geradliig aus, solange sie nicht gebeugt oder reflektiert werden. (Gamma + X-Ray)
Bei den Kernstrahlern gibt es auch Materiebehaftete Strahlentypen: Alpha und Beta, die Elektronen oder Protonen aussenden und insgesamt sehr kurzlebig sind.
Das, was von Wind verteilt wird, sind Strahlende Isotope, also die Strahlenquellen selber. Bei einem
intakten AKW kommen geringe Mengen an Jod und Deuterium raus, die aber am Rande der Nachweisgrenze sind.
Der Gau in Tschernobyl hat darüber hinaus Kernbestandteile wie Strontium- Cäsium und Plutonium- sowie Uran-Isotope freigesetzt, die der Wind damals mit einer von Osten kommenden Ströhmung großzügig über Südwesteuropa und in einer 2. Wetterlage bis nach Finnland verbreitet hat.

Cu
Stef
Kleiner Witz zum Thema:
Warum sollte in jedem Winkeller eine Kiste 'Appelation 3CASTXXXXXX Controle' lagern?
Das spart die Beleuchtung.


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